Der letzte Schrei vor Glück

15. Januar 2015

[Dummerang: Die Glossen] Mir tun die Frauen leid. Warum gibt es keine Stöckelschuhe mit höhenverstellbaren Absätzen? Oder zumindest eine App, die zeigt, wie man in den Dingern geht ohne sich die Haxen zu brechen? Mode kann grauslich sein. Seit Conchita Wurst dürfen jetzt auch Damen Bart tragen. Manchmal beneide ich die Dicken. Die müssen sich nicht drangsalieren lassen von einem Mode-Diktat nach dem anderen. Die können anziehen was sie wollen, es schaut eh keiner hin. Schade eigentlich, denn die Hungerhaken-Models nach dem Mode-Design à la Karl Magerfeld sind auch nicht wirklich schön. Zum Glück hat hier ein Umdenken stattgefunden. Wäre der Trend so weitergegangen, wir hätten heute bei den Kleidern Minus-Größen.

„Passt das noch?“ wird sich auch so manche gerade jetzt beim Rauskramen der Wintergarderobe fragen. Ganz sicher aber flüstert der eitle Tropf im Hinterkopf: „Ist das noch ‚in‘?“ Aufs Äußere kommt es immer häufiger an, dass das Eigentliche immer seltener interessiert, daran haben wir uns gewöhnt. Würde Angela Merkel ankündigen, wir bombardieren morgen Russland, die Leute wären außer sich, wenn sie dabei diesen scheußlich gelben Blazer anhätte. Ursula von der Leyen hat das schon verstanden. Nach ihrem Auftritt in der Air-Force-Lederjacke wurde wochenlang statt über die Ausstattung der Bundeswehr über die ihres Kleiderschranks diskutiert. Der Ursel-Chick hat noch nicht viele Nachahmerinnen gefunden, die Wirkung von Modevorbildern indes ist ungebrochen. In England versuchen jetzt Kinderlose schwanger zu werden, indem sie sich so kleiden wie Herzogin Kate.

Wer den letzten Schrei ergattert hat, schreit vor Glück. Oder schnappt gleich über. Es ist nur eine Frage der Zeit bis Harald Glööckler Bundesmodeminister wird. Uns Normalo-Männern wird das Mysterium der Frauen-Fummel, Accessoires und High Heels wohl immer verschlossen bleiben. Wir warten nach der Präsentation der iWatch von Apple auf den iShoe. Warum Frauengeldbeutel so groß sein müssen wie Fußbälle werden wir nie verstehen.

Dummerang - Die Glossen

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