Immer mehr schieben Tod hinaus, um Erbschaftssteuer zu sparen

11. Dezember 2014

SCHWÄBISCH HALL(ur). Dem Fiskus gehen jährlich mehrere hundert Millionen Euro verloren, weil immer mehr Menschen bewusst ihren Tod hinausschieben, um keine Erbschaftssteuer bezahlen zu müssen. Nach Berechnungen des Finanzamts Schwäbisch Hall warten die Steuerbehörden bei einem heute 104-Jährigen durchschnittlich seit 1981 auf Erbschaftssteuern in Höhe von rund 22.000 Euro inklusive Zinsen. Baden-Baden, die deutsche Stadt mit den meisten Alten, weist in ihrem diesjährigen Haushalt einen „Steuerausfall durch nicht altersgerechtes Versterben“ im zweistelligen Millionenbereich aus. Die in diesem Zusammenhang oft genannte Kalte Progression wurde indes vom Europäischen Gerichtshof als unzulässig erklärt. Sie besagt, dass in bestimmten Fällen auch von bereits abgelebten, „kalten“ Personen fortschreitend, „progressiv“ Steuern verlangt werden können.

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