Kannibale erwägt Mängel-Klage

2. Dezember 2013

DARMSTADT(ur). Eine harte Nuss für Juristen: Darf eine kannibalistisch veranlagte Person, die einen Dritten auf dessen Wunsch aufgegessen hat, dessen Angehörige haftbar machen, wenn es nicht so geschmeckt hat wie versprochen? Der Hintergrund: Herbert W. (51) und Dennis L. (35) lernen sich im Februar 2012 auf einer Kannibalen-Plattform im Internet kennen. Dennis („Immer auf Ernährung geachtet, nicht fett, Nichtraucher, zart“) hatte nach Angabe von Bekannten schon seit der Jugend die Fantasie gehegt, sich von einem Menschen töten, zubereiten und verspeisen zu lassen. Seitdem hatte er passende Rezepte gesammelt. Freunde sowohl von Dennis wie von Herbert berichten, beide seien überglücklich gewesen, nach der langen Suche endlich jemanden passenden gefunden zu haben. Schon bald aber habe es Streit über die Zubereitungsart gegeben. Nach einer Versöhnung und Einigung (nach Hausfrauen Art pikant an Spätburgundersoße) wurde der Plan in die Tat umgesetzt – und Herbert sah sich arglistig getäuscht („Weder zart noch mager, im Restaurant hätte ich ihn zurückgehen lassen“). Sein Anwalt will nun prüfen, ob von den Hinterbliebenen von Dennis L. eine Entschädigungszahlung oder gar die Bereitstellung einer Ersatzperson erwirkt werden kann.

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