Suizid nach falscher Konvertierung

18. November 2013

ISLAMABAD(ur). Salafisten, Hanafiten, Schafiiten, Drusen, Wahabiten – die islamistischen Strömungen sind facettenreich und für Außenstehende kaum zu überschauen. Jetzt hat sich erstmals ein junger Deutscher in Pakistan aus Frust und Enttäuschung in die Luft gesprengt. Bernd L. aus Offenburg war aus Versehen zu einer falschen Gruppierung konvertiert. Erst durch einen Zufall kam ans Tageslicht, dass er sich jahrelange dem Dschiad im Dienste der falschen Brüder verschrieben hatte. „Bernd war von Beginn an ein glühender Anhänger der in der hanbalitischen Tradition der zaidistischen Malikiten stehenden alevitischen Chariaden“, so Hajan Jemaah Methemet Muket-Labbyanesairi Abusare Islamiayh, ein enger Wegbegleiter von Bernd. „Es muss für ihn eine große Enttäuschung gewesen sein, viele Jahre seines Lebens für die falsche Sache gekämpft zu haben“, vermutet Hajan. Experten beobachten seit längerem, dass der Wettbewerb unter islamistischen Gruppierungen um die hoch motivierten Aussteiger in westlichen Gesellschaften zunimmt. Nicht immer wird dann mit offenen Karten gespielt. Wie die zuständigen Behörden berichten, gaben sich jetzt bei einer Rekrutierungsoffensive in Duisburg tadschikische Bektaschi als imanitische Ibaditen aus.

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