Costa Concordia: Untot an Deck kein Entschädigungsgrund

17. September 2013

GIGLO(ur). Eine von den Angehörigen als vermisst gemeldete Ungarin, die angeblich auf dem gesunkenen Kreuzfahrtschiff Costa Concordia war, ist seit drei Jahren tot. Offenbar spekulierte die Familie auf Entschädigungszahlungen. Die wären allerdings in jedem Fall unberechtigt gewesen. „Juristisch ist tot sein auf einem Kreuzfahrtschiff allein noch kein hinreichender Grund, Ausgleichzahlungen zu fordern“, so Prof. Dr. Franz Rund von der TU München. Beim Großteil der Kreuzfahrenden handele es sich um Senioren. Die liegen meist ganztägig bewegungslos im Liegestuhl auf dem Sonnendeck, essen kaum etwas und verschwinden zeitig in der Koje. Für den Dienstleister falle der Unterschied zum tatsächlich Hingeschiedensein nur marginal aus. Folgerichtig habe das Landgericht Oldenburg bereits in einem Urteilsspruch von 2007 Kreuzfahrschiffe juristisch als schwimmende Krematorien eingestuft. Für das Verhalten an Bord von Kreuzfahrschiffen gilt gemeinhin die Friedhofsordnung der Hafenstadt in dem das Schiff registriert ist.

Wirtschaft

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