Alzheimer-Medikament abgelehnt: Betroffene wollen sich Unbeschwertheit der Umnachtung nicht nehmen lassen

2. Juli 2012

[ur-02.07] Alzheimer könnte ansteckend sein, so wie die Erreger für Rinderwahn. Dies legt eine aktuelle wissenschaftliche Studie nahe. Nun laufen Betroffenen-Verbände Sturm gegen weitere Forschungen. Viele Menschen haben Angst, bald könnte ein wirksames Mittel gegen das Vergessen gefunden sein. Gerade Frührentner, die sich auf den Eintritt in die zerebrale Diffusion freuen, fürchten nun um die Früchte des Alters. Sie hoffen auf den Segen der Besinnungslosigkeit: Wenn etwa schon wenige Minuten nach dem Abpfiff eine bittere EM-Halbfinal-Niederlage vergessen ist, man sich nicht an die Ebbe auf dem Giro-Konto erinnert, nicht an die bescheuerte Ehefrau, den vertrottelten Ex oder schlicht die lästige Pflicht den Müll runter zu tragen. Und umso größer die Demenz, desto größer die Freude an den kleinen Dingen. Aktivisten einer „Mahnwache für das Vergessen“ vor dem Reichstag in Berlin bringen die Problematik auf den Punkt: „Wir lassen uns die Unbeschwertheit der Umnachtung nicht von ein paar übereifrigen Wissenschaftlern nehmen.“

Wissenschaft

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